Malapascua Island –
Von Cebu City aus nehme ich den Bus ins circa 170 Kilometer entfernte Maya. Der Bus holpert und stolpert von Ortschaft zu Ortschaft und ich spüre nach einiger Zeit nicht nur die Sprungfedern im Sitz, sondern habe auch das Gefühl das mein Magen langsam rebelliert. Als Ausgleich gibt es tolle Landschaft und Kultur zum Anfassen. Im Bus wird alles transportiert was durch die Tür passt, Vorgaben wer was mitnehmen darf scheint es keine zu geben und so transportiert mein Sitznachbar meterlange Bambusmatten und sein Vordermann beruhigt einen Hahn der sich immer mal wieder mit einem ängstlichen Kikeriki zu Wort meldet.
Nach circa 4 Stunden erreichen wir die Hafenstadt Maya und ich frage mich durch zu den Auslegerbooten die von hier einmal stündlich nach Malapascua ablegen sollen. Da jedoch weder Touristen noch Einheimische da sind, die auch zur Insel wollen muss ich warten bis sich ein paar Fahrgäste finden. In der Zwischenzeit bietet man mir diverse Privatfahrten für das fünffache vom Fahrpreis an, doch ich halte mich eisern an meinem Rucksack fest und beharre darauf nur mit anderen Fahrgästen das Boot zu betreten.
Auf Malapascua angekommen, sind es 10 Minuten Fußweg zum Bounty Beach. Hier am Hauptstrand gibt es einige kleine Resorts und ein paar Tauchschulen, die damit werben mit Fuchshaien auf Tuchfühlung zu gehen und vereinzelt ein paar Restaurants.
Der circa 1 Kilometer lange Sandstrand ist traumhaft schön. Weißer Sandstrand, türkisblaues Wasser und ein paar weißblaue Auslegerboote schaukeln vor sich hin. Der Strand lädt hier zum Schwimmen und Verweilen ein, wer nicht taucht oder schnorchelt hat sonst nur die Möglichkeit die circa 2,5 Kilometerlange Insel abzulaufen. Es gibt ein paar kleine Dörfer, einen strahlend weißen Leuchtturm und einige einsame Strände. Wo Dorfbewohner noch jeden Touristen einzeln begrüßen der vorbeikommt, Kinder fröhlich winken oder einem nach dem Namen fragen, scheint das Paradies hier fast perfekt.
Doch zwischen all der Idylle fällt mir auch auf das hier verdächtig viele Palmen abgebrochen sind und die sonst so großzügigen Schattenspender kaum mehr einen einzigen intakten Palmwedel haben. Das lässt mich nichts Gutes vermuten.
Einige der Bambusbungalows haben ein neues oder gar kein Dach und dazwischen findet sich ab und an ein Haus wo nur noch die Grundmauer steht. Meine Vermutung bewahrheitet sich schnell, dass dies Taifunschäden sind. Zuletzt 2013, als Hayan über die Insel fegte und diese zu großen Teilen zerstörte. Beeindruckend finde ich mit welchem Mut und welcher Beharrlichkeit man hier versucht wieder aufzubauen was noch aufzubauen geht, Palmen aufpäppelt und neue pflanzt. Ich bin beeindruckt von Kindern die mir stolz erzählen wie sie sich am Tag des Taifuns verhalten haben, wie sie gemeinsam mit ihren Eltern versuchen das Haus wieder zu richten, mit dem Wissen das es nicht das Letztes mal war und mit einem Grinsen im Gesicht sagt einer der Jungs „Well, thats life“.
Tipp: Das Cocobana Resort am Bounty Beach.
Anreise, von Cebu City aus mit dem Bus bis Maya und von dort bis Malapascua mit dem Auslegerboot. Kosten fürs Boot 80p und für die Busfahrt 160p. Der Bus fährt vom Nordterminal in Cebu City und hält in Maya direkt am Hafen.
