Kilometerlange weiße Sandstrände, türkisblaues Wasser und blau rot bemalte Fischerboote, die gemächlich in der Sonne schaukeln. Mir kommt es vor, als wäre hier das Grün der Palmen satter, die Straßen staubiger und das Leben entspannter als auf dem vietnamesischen Festland.
Phu Quoc ist die größte vietnamesische Insel und liegt unterhalb von Kambodscha im thailändischen Golf. Es ist nicht viel los auf der Insel und der Long Beach, an dem ich mir bei einer vietnamesischen Familie einen Bungalow miete, nahezu leer. Bai Truong oder auch Long Beach genannt, ist einer von drei touristisch erschlossenen Stränden und liegt im Südwesten der Insel. Viele der Inselbewohner leben hier nicht vom Tourismus sondern vom Fischfang, der Herstellung der berühmten Fischsauce nuoc mam oder der Perlenzucht.
Hier läßt es sich wirklich aushalten, es weht immer ein leichter Wind und das Leben aus Hängemattenperspektive ist einfach schön. Das finden viele Einheimische offensichtlich auch und so dauert hier alles ein bisschen länger.
Mit dem Roller erkunde ich am nächsten Tag die Insel. In der Hauptstadt Duong Dong gibt es einige Märkte auf denen ganztags Betrieb herrscht. Hier wird alles verkauft, ob lebendig oder tot. Überall riecht es nach Fisch und toten Tieren und ich fahre lieber schnell weiter. Kaum aus der Stadt werden die Straßen schlechter, die Gegend dünn besiedelter und der Müll am Straßenrand nimmt zu. Geteerte Straßen werden zu staubig roten Schotterpisten und ich stelle zudem fest, dass nicht jede Straße unbedingt das auf der Karte eingezeichnete Ziel erreicht, da momentan viel auf der Insel gebaut wird.
Es macht den Eindruck als bereite man sich auf den kommenden Tourismusaufschwung vor, denn überall stehen Bagger und Baufahrzeuge. Bunte Bilder von großen Luxusresorts lassen vermuten was hier in den nächsten Jahren entstehen wird.
Bislang hält sich der Tourismus in Grenzen und auch das Angebot an organisierten Ausflügen wird nur durch einen einzigen Anbieter bestimmt. Ich entscheide mich am Wochenende für eine Schnorcheltour und werde von einem Van, in dem bereits 20 Leute dicht gedrängt sitzen, abgeholt. Die meisten von ihnen sind vietnamesische Wochenendausflügler, darunter aber auch eine nette schwäbische Familie.
Den ersten Stopp der Tour machen wir bei einer Perlenzucht, das ist zwar ganz interessant, aber erinnert mehr an eine Verkaufsveranstaltung.
Dann geht es weiter zum Hafen. Ich denke erst der Tourguide macht einen Witz, als er sagt, wir fahren nun mit einen winzigen Boot weiter. Dieses gleicht mehr einer Nussschale denn einem Boot, doch es ist sein Ernst und so drängen wir uns dicht aneinander und ich schaue nervös über board, aber ertrinken wird in dem seichten Wasser schon keiner.
Trotzdem bin ich froh als wir nach ein paar hundert Metern auf einem großen zweistöckigen Boot ankommen. Das Boot hat ein schönes Sonnendeck und während ich in der Sonne liege, versuchen sich die anderen daran, mit Nylonfäden Fische zu angeln. Ich bin überrascht, dass das bei dem ein oder anderen klappt, aber offensichtlich gibt es überall doofe Fische, die auf den Trick reinfallen. Danach haben wir die Möglichkeit, Seeigel zu probieren und ich muß sagen, das ist wirklich ein ganz interessanter Geschmack, irgendwie zwar etwas sandig und viel drin ist in der aufgebrochenen Schale auch nicht, aber lecker.
Nach dem Essen steuern wir dann drei verschiedene Schnorchelspots an. Es gibt unter Wasser braune Korallen und ein paar bunte Fische zu sehen, die Unterwasserwelt ist jedoch nicht mit der Thailands zu vergleichen. Viel interessanter finde ich schon kurz darauf, die Schnorcheltaxis zu beobachten. Da sitzt ein Vietnamese auf einer Styroporplatte, paddelt mit zwei Reisschälchen und zieht dabei einen Nichtschwimmer, der eine Rettungsweste trägt und sich an dem improvisierten Boot festhält. Ein toller Anblick.
Am frühen nachmittag geht es dann noch zu einem wunderschönen weißen breiten Strandabschnitt, dem Bai Sao, wo sich außer ein paar Tagesgästen sonst niemand aufhält und wir den Tag ausklingen lassen.















