Los geht’s nach Thailand

Phuket sollte die erste Station auf meiner Reise sein. Touristisch, oberflächlich und trotzdem schön. Thailand für Anfänger also. Der Abschied in Deutschland fällt schwer, auch wenn ich nur für 3 Monate weg bin fühlt es sich doch komisch an, das nötigste für die Reise (und noch ein bisschen mehr) in den Rucksack zu packen und den Rest in Umzugskartons zu verstauen. Doch als ich im Flugzeug sitze und den Arbeitern beim Enteisen der Tragflächen zusehe, dick eingepackt in Jacken, Handschuhen und Mütze, freue ich mich, schon bald die Sonne Thailands zu genießen.

Am Flughafen erwartet mich dann ein bekanntes Bild. Touristen mit vollgepackten Gepäckwägen, bunten T-Shirts und hässlichen Sonnenbrillen drängen sich um ein paar Asiaten, die wie wild mit den Armen fuchtelnd die Menschenmassen sortieren und auf die bereit stehenden Taxis verteilen. Die Hitze ist fast unerträglich und ich frage mich, wo ich möglichst schnell ein paar Kleidungsstücke ablegen kann. Mit mir im Taxi sitzt ein junges Pärchen aus Japan und wie sich schon bald herausstellt, haben wir nicht das selbe Ziel. Ich will nach Phuket-Stadt, sie jedoch in den bekannten Badeort Patong. Nun gut, der Taxifahrer versucht den Fehler der Taxiverteilung wieder gut zu machen, indem ich eine ausführliche Inselrundfahrt bekomme.

 Phuket ist die größte der thailändischen Inseln. Um die Umgebung zu erkunden, leihe ich mir am zweiten Tag einen Roller. Tags zuvor hatte ich öffentliche Verkehrsmittel ausprobiert und beschlossen, dass es sicherer ist, das Steuer doch selbst in die Hand zu nehmen, anstatt auf der umgebauten Ladefläche eines LKWs zu sitzen, denn so sehen hier die Busse aus. Die Insel lässt sich sehr leicht auf eigene Faust erkunden, die Straßen sind meist geteert und Straßenschilder oftmals mit englischer Übersetzung. So findet man sich schnell zurecht und alle beliebten Ausflugsorte sind angeschrieben. Auf der Insel gibt es einige schöne Strände und Buchten, welche gerade in den Morgenstunden wunderschön sind und wie verlassen wirken.

Wirklich empfehlen kann ich den Nordwesten der Insel. Mein Favorit ist hierbei der Surin Beach, ein nicht allzu langer, jedoch wunderschöner weißer Sandstrand, wo man sogar noch um die Mittagszeit ein schattiges Plätzchen unter einer Palme findet. Der Patong  Beach ist mit Sicherheit der bekannteste und auch überlaufenste Strand Phukets, hier liegt Handtuch neben Handtuch und die Strandverkäufer geben auf charmant aufdringliche Art ihr Bestes, um ihre Waren unter die Touristen zu bekommen. Dafür bekommt man in Patong alles, was man sich vorstellen kann. Fährt man ein Stück weiter Richtung Süden, trifft man schon bald auf Kata und Karon, beides sehr schöne Strände mit umliegenden Restaurants, Straßenständen und kleinen verwinkelten Gassen.

Es macht auch Spaß, einfach am Strand zu sitzen und das Treiben zu beobachten. Mein absoluter Favorit hierbei ist der japanische Tourist. Eingepackt in neonfarbene Regenjacken, wahlweise mit oder ohne Streifen und mit der Selfie-Stange. Es werden die wildesten Posen ausprobiert und man findet diese Art der Touristen gar nicht mehr in großen Gruppen, sondern oftmals vereinzelt oder paarweise. Weil ich das so schräg fand, musste ich auch ein Foto davon machen. Ich hoffe, der junge Mann ist mir nicht böse drum. Wer noch nicht weiß, was eine Selfie-Stange ist: besonders beliebt im südostasiatischen Raum ist diese Metallstange, in die man sein Smartphone einklemmt um per Selbstauslöser Bilder von sich zu schießen, ohne dabei den Arm ausstrecken zu müssen.

Phuket hat aber auch noch Anderes zu bieten als die landschaftliche Schönheit. Ich hab mich für ein Hostel in Phuket-Stadt entschieden, da ich günstig und etwas außerhalb wohnen wollte und mit guter Anbindung an den Hafen. In der Stadt wohnen auch die meisten der 322.000 Einwohner und es gibt schöne Märkte, wo man das bunte Treiben der Straßenhändler beobachten kann.

Da ich ein paar Tage nach dem chinesischen Neujahr in der Stadt bin, ist diese bunt geschmückt und es finden abends in einigen Vierteln Straßenfeste statt. An den Ständen gibt es allerlei zu Essen, von der gebratenen Heuschrecke bis zur Taube. Großzügig sehe ich jedoch über das Essensangebot hinweg, denn so ganz geheuer ist es mir nicht, auch wenn mir versichert wird, dass frittierte Maden eine wahre Köstlichkeit sein. Vielleicht später, danke.

Am nächsten Morgen mache ich mich jedoch schon auf und nehme die Fähre nach Koh Phi Phi Don.

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