Koh Phi Phi Don – schöne Dinge hat man selten für sich alleine

Ich hatte bereits viel von den Phi Phi Inseln gehört und gelesen, wunderschön sollen sie sein, jedoch total überlaufen und laut. Als ich mit der Fähre am Hafen ankomme, bin ich etwas überrascht, mir wird bei der Einreise eine Müllgebühr von 20 Baht abgenommen. Vielleicht ist das so eine Art Touristensteuer hier in Thailand, denke ich mir.

Hafen von Koh Phi Phi Don
Hafen von Koh Phi Phi Don

Die Phi Phi Inseln bestehen aus einer Inselgruppe von 4 Inseln, die alle autofrei sind. Man wird bereits am Hafen empfangen und entweder werden die Gepäckstücke mit dem Sackkarren zum Hotel transportiert oder in eines der Longtail-Boote verfrachtet und man wird bequem auf dem Seeweg zu seiner Unterkunft gebracht. Es sei denn, man hat wie ich ein günstiges Hostel anstelle eines Luxusresorts gebucht – dann läuft man und trägt sein Gepäck selbst.

Durch enge Gassen bei brütender Hitze suche ich das gebuchte Hostel. Als ich ankomme, bin ich genervt von den vielen Menschen und habe den Eindruck, dass dieser Ort irgendwas mit Palma de Mallorca und der Schinkenstrasse gemein hat.

Dieser Eindruck wird sich auch bestätigen, denn als ich nachmittags losziehe, um mir an einem der Obststände etwas zu essen zu kaufen, hat dieser kurzerhand sein Sortiment ausgetauscht und verkauft nun „buckets“. Das sind kleine Eimer, gefüllt mit Eiswürfeln und Schnaps. „Verräter“, denke ich mir und laufe mit knurrendem Magen weiter.

Die erste Nacht im Hostel lässt meine Vermutung dann Wahrheit werden, ich schlafe neben einer Bar mit Live-Musik und „Eimertrinkern“. Völlig gerädert wache ich am nächsten Morgen auf und mein erster Gedanke ist, schnellstmöglich die Insel zu verlassen. Blöderweise habe ich aber noch nichts von der Insel gesehen und auch gleich zwei Nächte in dem Hostel gebucht. Da meldet sich der Schwabe in mir und sagt – bezahlt ist bezahlt! Da es noch recht früh am Morgen ist und noch halbwegs angenehm, gehe ich einfach mal drauf los. Irgendwo auf dieser Insel muss es doch ruhig und schön sein. Zum Glück schlafen die „Eimertrinker“ morgens um 7 Uhr noch und die Insel wirkt wie verlassen und wunderschön. Ich mache mich auf in Richtung „Long Beach“ und stelle fest, dass mit jedem Meter außerhalb des Dorfes die Insel schöner wird. Das türkisblaue Wasser funkelt in der Morgensonne, die Fischer haben ihre Netze im Wasser und es herrscht Stille. Ein schönes Bild, ich habe auch noch nie zuvor diese beeindruckenden Kalksteinfelsen gesehen, die hier aus dem Wasser ragen. Jetzt verstehe ich was jeder meinte, der sagte man müsse diese Insel einmal besucht haben.

 

View Point von Koh Phi Phi Don
View Point von Koh Phi Phi Don

 

Blick auf Koh Phi Phi Leh
Blick auf Koh Phi Phi Leh

 

Longtail-Boote am Strand
Longtail-Boote am Strand

 

Auf dem Rückweg ins Dorf komme ich schließlich an ein paar Bambusbungalows vorbei, die nicht bewohnt aussehen. Kurzerhand überkommt es mich und schon habe ich einen davon für die nächsten Nächte gemietet. So verbringe ich statt geplanter zwei Nächte dann schließlich fünf auf der Insel und hab endlich das, was ich gesucht habe: Meine Ruhe!

mein Bungalow
mein Bungalow

 

Von der Hängematte aus kann man direkt auf’s Meer schauen und bis auf die knatternden Motoren der Longtail-Boote und die Affen in den Baumwipfeln ist nichts zu hören. Es herrscht Stille.

Doch schon ein paar Stunden später werde ich noch andere Tiere in und um meinem Bungalow entdecken und vorbei ist es wieder mit der Ruhe…

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