Khao Sok Nationalpark – betreutes Dschungelabenteuer

imageDer Khao Sok Nationalpark ist Thailands größtes Naturschutzgebiet und liegt zwischen der Andamanensee im Westen und dem Golf von Thailand im Osten. Landschaftlich gesehen sind die Highlights des Parks einige beeindruckende Karststeinformationen, Höhlen und Wasserfälle. Hinzu kommt, dass im Park noch Tiger, Bären, Elefanten und Leoparden in freier Wildbahn leben sollen. Nachdem ich in den letzten Wochen einige für mich sehr harte Dschungelprüfungen durchlaufen habe, fühle ich mich jetzt bereit, mich dem Khao Sok Nationalpark zu nähern.

Ich habe mutig Kakerlaken aus meinem oder benachbarten Bungalows entfernt, mir mit einer Schlammkröte ein Badezimmer geteilt (ok, kurzzeitig dachte ich, ich hätte sie umgebracht), eine ganze Armee von Ameisen auf meinem Müsli geduldet, die wilden Affen auf dem Bungalowdach ertragen und sehr viel mehr Krabbeltiere in meiner direkten Umgebung gesehen, als ich jemals vermutet hätte. Kurzum, ich war bereit, mich in den Dschungel zu wagen.

Nach meiner letzten Erfahrung mit organisierten Transporten setzte ich bei diesem Streckenabschnitt lieber wieder auf das öffentliche Verkehrsnetz. Ich vertraue dabei den sehr wagen Angaben eines Thailänder, der mir erzählt, es fährt stündlich ein Bus in Phuket ab, welcher in Khao Lak hält, wenn man ihn denn an den Straßenrand winkt. Nun gut, das scheint mir eine sichere Quelle und so sitze ich früh morgens am Straßenrand und scheine Glück zu haben. Der Busfahrer hält an und mein Gepäck wird verladen. Der Busfahrer spricht zwar kein Englisch, doch auf meine Frage, ob er am Khao Sok Nationalpark hält, reagiert er immerhin mit einem Nicken.

Nur wenige Stunden später werde ich dann an einer Landstraße abgesetzt, an der ein Hinweisschild befestigt ist, bis zum Park seien es zwei Kimometer. Zum Glück warten einige „Schlepper“ an der Bushaltestelle, um ankommenden Touristen ein Hotel zu vermitteln. In vielen Orten Thailands ist es immer noch üblich, dass einem direkt am Ankunftsort Hotelzimmer angeboten und auch gezeigt werden. Oftmals kann man dabei bessere Preise aushandeln als wenn man vorher online bucht. Hier kommt es aber mit Sicherheit auf die Auslastung des Hotels und auf die Saison an. Oft sind diese dann auch so freundlich und nehmen einen mit zu der Unterkunft, die man vorher gebucht hat. So habe ich Glück und kann mitfahren. Ich habe das Gefühl, dass nur wenige Touristen im Ort sind als ich ankomme. Einige Restaurants haben geschlossen und es fühlt sich nicht gerade nach Hochsaison an. Ich habe diesmal einen Rat befolgt und mir einen Bungalow ausgesucht, welcher auf meterhohen Stelzen in den Baumkronen thront. Das sieht nicht nur schick aus, sondern soll angeblich auch Ungeziefer davon abhalten, des Nachts in meine Gemächer einzudringen. Bereits kurz nach der Ankunft mache ich mich auf in Richtung des Parkeingangs.

Dort muß ich mich registrieren und bezahle den Eintritt von 300 Baht (8,50 Euro). Eine Übersichtskarte gibt einige Routen vor, von denen man jedoch nur zwei ohne Guide gehen darf. Ich entscheide mich für die kürzere Tour zu einem nahegelegenen Wasserfall, da es bereits Nachmittag ist und ich vor Einbruch der Dunkelheit zurück sein möchte. Nach wenigen hundert Metern passiere ich den nächsten Kontrollpunkt und muss mich auch hier mit Name, Uhrzeit und Unterkunft registrieren.

Der Weg durch den Wald macht einen guten Eindruck, mir begegnen immer wieder andere Wanderer und auch vereinzelt Mountainbiker. Der Dschungel ist sehr dicht und man kann kaum ein Tier in dem Dickicht erkennen. Dafür sind diese nicht zu überhören. Chöre von Zikaden übertönen sich gegenseitig mit ihrem schrillen Zirpen, die unterschiedlichsten Vogelstimmen mache ich in dem Gewirr aus und ab und an hört man in der Ferne einen Gibbon schreien. Wahnsinn, diese Geräuschkulisse. Ab und zu bleibe ich stehen und versuche, einen der Vögel zu erkennen und in der Tat, ab und zu blitzen bunte Federn zwischen den Baumkronen hervor. Jedoch beende ich meine Wanderung nach 3 Stunden ohne besondere Vorkommnisse von wilden Tieren und beschließe mich am nächsten Tag einer geführten Tour anzuschließen.

Es gibt im Dorf ein paar nette Anlagen mit Bungalows oder Zimmern und einem kleinen Supermarkt und günstige Restaurants. Im Hotel oder an der Touristeninformation kann man geführte Touren buchen. Ich entscheide mich für einen Ganztagesausflug zu einem See an dem man unterschiedliche Karststeinformationen sehen kann und den Besuch in einer Tropfsteinhöhle mit fantastisch geformten meterlangen Stalaktiten. Es empfiehlt sich in diesem Fall auch wirklich eine Tour zu buchen, denn man kommt dann in Teile des Dschungels die man alleine niemals sehen würde. Zudem weiß der Guide jede Menge über die hier lebenden Tiere, Insekten und Pflanzenarten und weist immer wieder auf diese hin, die ich im Dickicht niemals entdeckt hätte.

Mein persönliches Dschungelabenteuer erlebe ich jedoch am nächsten Morgen. Ich wache früh morgens von dem Geschrei einiger Affen auf und wühle mich durch mein Moskitonetz, in welches ich mich über Nacht mal wieder verfangen habe. Als ich den Außenbereich meines Bungalows betrete, liegt der Dschungel noch im Nebel. Es hat über Nacht merklich abgekühlt und die Sonnne geht gerade erst auf.

Ich freue mich auf ein leckeres Frühstück auf meinem Balkon und packe die frischen Mangos aus die ich am Vortag auf dem Markt gekauft habe. Als ich mich umdrehe um im Bungalow noch ein Messer zu holen höre ich plötzlich wildes Geschrei und ehe ich mich versehe springen mehrere Affen am Geländer meines Bungalows hoch. Wie erstarrt stehe ich da und lasse die Mangos fallen. Sofort greift sich einer der Affen diese und ein zweiter versucht ihm die Beute zu entreißen. Mit dem Fuß schiebe ich die zweite Mango von mir weg und zugleich greift der andere Affe zu. Immerhin konnte ich einen Streit schlichten, wenn gleich auch ich zusehen muss wie beide meine Mangos auf dem Tisch verzehren. Sie machen sich nicht mal die Mühe ihre Beute fortzutragen, sondern schlabbern in aller Ruhe vor meinen Augen das saftige Fleisch der Mangos. Nach wenigen Minuten ist der Beutezug beendet und die beiden Diebe ziehen ab. Zurück bleibe ich und eine riesen Sauerei.

 

 

 

 

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