Die erste Nacht in meinem neuen Zuhause verlief etwas unruhig. War ich doch anfangs so glücklich, das unbequeme laute Hostel mitten auf der Partymeile gegen den schönen mitten im Urwald gelegenen Bambusbungalow getauscht zu haben.
Mitten in der Nacht wurde ich aus dem Schlaf gerissen, da irgendetwas auf das Dach über mir mit einem lauten Plumps fiel. Daraufhin folgte ein unangenehm hohes Schreien und Kreischen. Ich wusste zunächst gar nicht wie mir geschah und verriegelte vorsichtshalber die Tür. Nach draußen hätte mich natürlich niemand gebracht. So saß ich dann hellwach auf meinem Bett und verfolgte das Geschehen über mir. Derweil sah ich zu, wie eine Ameisenkolonie quer vor mir über den Boden marschierte und mein Blick schweifte zu der Müslipackung, die neben meinem Rucksack auf dem Boden stand. Diese war zwar verschlossen, doch anscheinend hatten die Ameisen einen Weg in die Packung hinein gefunden. Verärgert sah ich zu, wie sie also Teile meines Müslis aus dem Bungalow schafften. Na toll, das ist also das Abenteuer, das ich wollte. Wenig später schlief ich wieder ein.

Am nächsten Morgen streckte ich vorsichtig den Kopf aus dem Bungalow und sah des Rätsels Lösung aus der vergangenen Nacht. Auf den Bäumen über mir turnten Äffchen rum, die sich wohl in der Nacht auf meinem Dach in die Haare bekommen haben mußten.
Nachdem ich meinen Frieden mit Koh Phi Phi Don geschlossen hatte, entschied ich mich für einen Ausflug zur berühmten Schwesterinsel Koh Phi Phi Leh. Das Ausflugsangebot ist groß, doch inhaltlich geboten wird meist dasselbe. Der preisliche Unterschied besteht eher darin, ob man mit der privaten Motorjacht oder mit mehreren im Longtail-Boot zur Insel fährt. Um etwas vorwegzugreifen, am Ende treffen sich ohnehin alle Boote an den selben Hotspots.
Den ersten Stopp nach kurzer Überfahrt legten wir an einem verlassenen Strandabschnitt ein auf dem kleine Äffchen herumsprangen. Zwar sieht man diese sonst auch überall in Thailand, doch es ist immer wieder schön, wenn diese frechen Tiere unachtsamen Touristen die Tasche oder das Getränk klauen.
Danach ging es weiter zwischen den schroffen Kalksteinfelsen hindurch in eine Bucht. Hier hatten wir dann die Gelegenheit, vom Boot ins Wasser zu springen und entweder die Höhlen in den Felsen zu erkunden, zu Schwimmen oder zu Schnorcheln.
Das Wasser ist wie nahezu überall um die Insel herum glasklar und türkis. Darin tummeln sich zwischen den Korallenriffen jede Menge bunter Fische. Ich will fast meinen, einmal die komplette „Findet Nemo“- Crew gesehen zu haben, bis auf die Haie, worüber ich auch sehr froh war. Besonders beeindruckend fand ich eine Riesenschildkröte, die plötzlich unter mir auftauchte, mich kurz ansah und völlig unbeeindruckt der Tatsache, dass da ein Mensch über ihr schwimmt, weiter paddelte.
Als Highlight der Tour folgte der Besuch des Maya Beach, dem Strand, an dem Filmszenen aus „The Beach“ gedreht wurden. Leider hab ich den Film noch immer nicht gesehen, werde dieses Bildungslücke jedoch spätestens nach meiner Reise schließen. Um die Insel betreten zu dürfen, die unbewohnt und zudem ein Nationalpark ist, muss man eine Gebühr von 100 Baht entrichten. Zu sehen gibt es außer dem Strand, einer Strandbar und einem Aussichtspunkt, der über einen schmalen Pfad erreichbar ist, nicht viel und man ist an diesem romantischen Ort auch nicht alleine, sondern teilt sich den schönen Anblick mit all den anderen Touristen.

Der Sonnenuntergang ist trotzdem einzigartig und es ist schön zu beobachten, wie nach und nach alle Touristen die Insel verlassen und die Boote in den Wellen wiegend in den Sonnenuntergang hineinfahren.







